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Januar

AUFTAKT: POSITIONIERUNG!

                
Eine Positionierung ist für einen gleichberechtigten Dialog über hierarchische Strukturen unerlässlich. Die Begriffe "People/Menschen of Color" und "Weiß" stellen eine Möglichkeit dar, die Positionen innerhalb dieses ungleichen Konfliktes zu benennen, zu besprechen und zu hinterfragen. Wir werfen einen Blick auf Definitionen und Geschichte dieser Begriffe und erörtern ihre Bedeutung für einen reflektierten Umgang und den gemeinsamen Kampf gegen Rassismus.
Kien Nghi Ha, Herausgeber und Mit-Autor der Anthologie "re/visionen: Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland" spricht über die Entstehung und die politische Bedeutung des People of Color-Ansatzes. Jutta Franzen zeigt Weißsein in alltäglichen Praktiken auf und Farida Heuck gewährt einen Einblick in ihre künstlerische Arbeit, für deren inhaltliche und formale Aspekte Positionierung eine zentrale Rolle spielt. Tobias Linnemann und Mitja-Sabine Lück bieten den Teilnehmer/-innen ihres Workshops eine Reflexion der eigenen Biographie im Hinblick auf Weiße Privilegien und Verhaltensweisen an.


Fr, 23. Januar 2009
    

17:00h: Einleitung
            AG Re/Positionierung (D)
18:00h: People of Color: Empowerment und selbst
            -reflexive Identitätspolitik     
            Kien Nghi Ha    
            Vortrag (D)                    
20:00h: Doing Whiteness    
            Jutta Franzen
            Vortrag (D)    
                  
Sa, 24. Januar 2009     

18:00h: Global Immigration Service
            Farida Heuck     
            Vortrag (D)    
10:00h –
17:00h: Workshop zur Auseinandersetzung mit
            eigenem Weißsein
            Tobias Linnemann, Mitja-Sabine Lück
            Workshop für Weiß positionierte Menschen (D),
            Anmeldung erforderlich



Februar

ERINNERUNG/ENTINNERUNG


Die Darstellung von Geschichte, das Erinnern, aber auch das Vergessen bzw aktive Entinnern von historischen Ereignissen, kann ein machtvolles Mittel zur Etablierung und Fortschreibung dominanter Strukturen sein. Joshua Kwesi Aikins markiert die alltägliche Gegenwart deutscher Kolonialvergangenheit im Berliner Alltag. Philip Metz verbindet die Untersuchung der Entstehung von Klischees über Schwarze Menschen in Deutschland mit Einblicken in seine eigene künstlerische Arbeit. Yvette Mutumba präsentiert Ergebnisse aus ihrer Recherche zu den Arbeitsbedingungen von Künstler/-innen afrikanischer Herkunft im Kunstbetrieb Deutschlands. Die Gruppe Remember Resistance begibt sich mittels Film-, Foto- und Ton- und live-Kommentar auf die Spur der langen Schatten der Kolonialgeschichte, die in Deutschland und Europa aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt wird.


Freitag, 20. Februar 2009     

18:00h: Die alltägliche Gegenwart der kolonialen
            Vergangenheit
            Joshua Kwesi Aikins             
            Vortrag (D)
20:00h: Das Schwarze im Auge des Andern
            Philip Metz     
            Vortrag (D)

Samstag, 21. Februar 2009

17:00h: Afro-Sphären in der deutschen Kunstszene
             Yvette Mutumba     
             Vortrag (D)
19:00h: Koloniale Gespenster / Kinshasa-Brüssel
             Remember Resistance (Sonja Hohenbild,
             Brigitta Kuster, Julien Enoka Ayemba)     
             Film-, Foto- und Ton- und live-Kommentar (D)



März

SUBJEKT


Rassistische Strukturen degradieren Menschen of Color zu Objekten – die Subjektwerdung, das Lösen aus der zugewiesenen passiven Position ist ein widerständiger und ermächtigender Prozess. Der African American Philosoph W.E. Dubois prägte den Begriff der „Double Consciousness", um eine Form der Selbstwahrnehmung zu beschreiben, die sich sowohl aus dem eigenen Blick, als auch aus dem Blick der dominanten Aussenwelt speist. Rajkamal Kahlon erörtert dieses Phänomen in ihrem Beitrag.  Onur Suzan Kömürcü spricht über die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Künstler/-innen of Color in Deutschland. Branwen Okpako markiert Auswirkungen von und Umgangsweisen mit der eigenen Subjektposition anhand der Geschichte von Maggie Mufu und Juliane Strohschein beschreibt ihre  Erfahrungen als Leiterin von Critical Whiteness Workshops.    
    
    
Freitag, 20. März 2009
    
18:00h: Double Consciousness: Painting and
            Performing the Racial Grotesque

            Rajkamal Kahlon     
            Vortrag/Performance (E)
20:00h: Cultural Diversity and the creative City:
            Lebensbedingungen von artists of Color
            in Berlins Kulturindustrie
            Onur Suzan Kömürcü     
            Vortrag (D)

Samstag, 21. März 2009
    
17:00h: Maggie Burns
            Branwen Okpako     
            Vortrag/Performance (E)
19:00h: Positionierung und Auseinandersetzung mit
            Weißsein
            Juliane Strohschein     
            Vortrag (D)    


April

PERSPEKTIVEN


Ein Sachverhalt hat so viele Interpretationsmöglichkeiten wie Betrachter/-innen. Wenn wir unsere Perspektive erweitern möchten, müssen wir uns von eingefahrenen Sichtweisen lösen.  „Taipei 101: a Travelogue of Symptoms", ein Film von James T. Hong, wirft einen Blick auf Weißsein ausserhalb Weißer Kontexte. Zara Zandies Kurzfilm „Close-Distance", thematisiert die Perspektiven dreier Frauen, die zwischen 1960 und 1980 aus dem Iran nach Berlin migriert sind. Manuela Bojadzijev präsentiert die Arbeit der Gruppe Ultra-Red, welche sich in Soundcollagen mit Zukunftsperspektiven einer antirassistischen Bewegung auseinandersetzt. Toan Nguyen berichtet über das "Move on u- Empowerment Forum für People of Color", das im Oktober 2008 in Berlin stattfand.



24. April 2009

18:00h: Taipei 101
            James T. Hong          
            Filmbeitrag (E)
20:00h: Close-Distance
            Zara Zandieh     
            Filmbeitrag (E)
    
25. April 2009

17:00h: Ultra-red: We Come From Your Future
            Manuela Bojadzijev
            Vortrag (D)        
19:00h: Move On Up- gesellschaftspolitische
            Empowerment Perspektiven in Bewegung
            Toan Nguyen     
            Vortrag (D)    



Mai

STIMMEN


Sich Gehör zu verschaffen, die eigene Stimme zu erheben, ist ein wichtiger Schritt hin zur Inanspruchnahme einer Subjektposition. Paul Mecheril, eine der renommiertesten akademischen Stimmen, die Perspektiven of Color im deutschen Kontext theoretisieren, spricht über den doppelten Mangel, der marginalisierte Subjekte hervorbringt. CHINAZA macht sich in ihrem Workshop mit Sänger/-innen of Color auf die Suche nach alten und neuen eigenen Stimmen jenseits der Klischees des Musikmainstreams. Amy Evans und Grada Kilomba erkunden Texte als Ort der Selbstermächtigung und des Ausdrucks kreativen Widerstandes. Die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Positionierung als Fiction-Autorin of Color im Weißen Mainstream und den sich daraus erbenenden Fragestellungen, Schwierigkeit und Chancen, werden von Victoria B. Robinson erörtert. Renée Ridgway und Jean-Ulrick Desert sprechen über eigene künstlerische Experimente und Interventionen, die die Vielschichtigkeit und Bedeutung von Perspektiven erkunden.  


22. Mai 2009     

10:00h –
17:00h: The Response/Responsibility of Performance
             Writers of Color
             Amy Evans, Grada Kilomba   
             Workshop für schriftsteller/-innen of Color (E), Anmeldung erwünscht       
10:00 -
17:00h: The Exceptional Me: Workshop zur
            Entdeckung eines radikalen Sounds für People of Color
            CHINAZA
            Workshop für professionelle Musiker/-innen of Color(E/D), Anmeldung erwünscht

18:00h: Der doppelte Mangel, der marginale Subjekte
            hervorbringt und den sie vervollkommnen
            Paul Mecheril     
            Vortrag (D)

23. Mai 2009


10:00h –
14:00h: The Response/Responsibility of Performance
            Writers of Color
            Amy Evans, Grada Kilomba
            Workshop Fortsetzung (E)

10:00h -
14:00h: The Exceptional Me: Workshop zur
            Entdeckung eines radikalen Sounds für People of Color
            CHINAZA
            Workshop Fortsetzung(E/D)

15:00h: Schwarze Autorin im Weißen Mainstream
            Victoria B. Robertson    
            Vortrag (D)    
18:00h: Onkel Barack's Hütte
            Renée Ridgway     
            Vortrag (E)
19:00h: White-Lessons/The Lagom Project and the
            works of Jean-Ulrick Désert
            Jean-Ulrick Desert
            Vortrag (E)
  


Juni

Achtung Programmänderung: Die Veranstaltung Locations of the Mothership: The Black Female Subject as a Site of Resistance mit  Jamika Ajalon am 20.06.09 findet um 18h statt um 16h statt. 

RE/POSITIONIERUNG

Der Auseinandersetzung und Anerkennung der eigenen Position folgt eine Repositionierung, in der bewusst Standpunkte bezogen werden, die Rassismus entgegenwirken, anstatt ihn zu bestärken.
Syd Shelton und Carol Tulloch stellen die Bewegung des „Rock against Racism“ vor, die von 1976-81 Schwarze und Weiße Aktivist/-innen, Künstler/-innen, Schriftsteller/-innen Designer/-innen und Musiker/-innen im Kampf gegen Rassimus vereinte. Gabriele Dietze erweitert den Dialog über kritisches Weißsein um das Konzept des kritischen Okzidentalismus. Jamika Ajalon behandelt in ihrer Anti-Lecture die Bedeutung Schwarzer Frauen als Subjekte des Widerstandes. Lambert Mousseka und Stefanie Oberhoff präsentieren präsentieren den Film "... und jetzt bin ich ein Künstler", der ihre Arbeit mit Straßenkindern und Kindersoldaten in Kinshasa dokumentiert.

Fr, 19. Juni 2009
    
18:00h: Rock against Racism 1976 – 1981
            Carol Tulloch/Syd Shelton     
            Vortrag (E)
20:00h: Critical Whiteness Theory und Kritischer
            Okzidentalismus. Zwei Figuren hegemonialer
            Selbstreflexion

            Gabriele Dietze         
            Vortrag (D)
                
Sa, 20. Juni 2009
    
18:00h: Locations of the Mothership: The Black Female
            Subject as a Site of Resistance
            Jamika Ajalon
           Anti-Lecture (E)
20:00h: Lambert Mousseka/Stefanie Oberhoff         
            internationales Puppentheater (D/F), Ort wird
            noch bekannt gegeben    

 

Falls nicht anders gekennzeichnet, finden die Veranstaltungen in den Räumen der NGBK statt:

Neue Gesellschaft für Bildende Kunst
Oranienstraße 25, 10999 Berlin
VH, 1. OG (Veranstaltungsraum)

Die Teilname an den Workshops erfordert eine Anmeldung. Interessierte melden sich bitte bei Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
Sollte Kinderbetreuung während der Veranstaltungen erwünscht sein, so bitten wir uns rechtzeitig davon in Kenntnis zu setzen.
Die NGBK dankt der Stiftung Deutsche Klassenlotterie für die Finanzierung des Projektes.